Barsinghausen: Die Robert-Enke-Stiftung veranstaltete in Kooperation mit dem Landesmuseum Hannover vom 07. bis 11. November eine fünftägige Sonderausstellung unter dem Titel „ROBERT gedENKEn – unser Freund und Torwart.“ Insgesamt strömten über 6.500 Besucher in das Museum.

Teresa Enke: „Unserer Stiftung war es wichtig, diese Tage auf eine angemessen stilvolle Art zu begehen. Hierbei sollten die Fußballanhänger die Möglichkeit erhalten, meinem Mann zu gedenken und vielleicht auch die eine oder andere Anekdote aus seiner Karriere zu erfahren.“ Wie zum Beispiel, dass Robert als Junioren-Nationalspieler von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl eine Einladung zum WM-Eröffnungspiel 1994 in Chicago erhielt.

Doch es ging nicht nur um das Andenken von Enke. Teil der Ausstellung waren auch die Erlebnisräume von „GRENZen erLEBEN“.

„GRENZen erLEBEN“ basiert in seinem Herzstück aus zwei Räumen, die abgeschlossen und getrennt voneinander mittels verschiedener Reize (akustisch, visuell, taktil und sozial) einen authentischen Eindruck vermitteln, wie sich Depression und Schizophrenie „anfühlen“. Als Erfahrungs- und Erlebniswelt richtet sie sich an die nicht-betroffene Allgemeinbevölkerung, ob Fachpublikum oder interessierter Laie, ob jugendlicher oder älterer Mensch. „GRENZen erLEBEN“ kann erst ab 16 Jahren und nur mit Voranmeldung besucht werden.

Jan Baßler, Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung: „Wir wollten nicht nur Robert zeigen, sondern auch alles, was dazu gehörte. Es ist wichtig, einen Einblick in diese psychischen Erkrankungen zu bekommen.“

Matthias Görn, Vorstandsmitglied des Landesmuseum Hannover, ergänzte: „Zumal es sich bei psychischen Leiden auch um ein Problem in der Mitte der Gesellschaft handelt.“

Die Lebensgesichte Robert Enkes bewegt die Menschen nach wie vor. „Wir hatten allein am Sonntag 2.000 Besucher, die teilweise stundenlang gewartet haben. Die Schlange ging bis weit vor den Haupteingang“, berichtete Görn. Bis zum Dienstagabend zählten die RES und das Museum mehr als 6.500 Besucher. „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen“, sagte Jan Baßler. „Es scheint uns gelungen zu sein, an Robert Enke zu erinnern, aber auch die beiden dargestellten Krankheiten, also die Schizophrenie und die Depression, dem Publikum treffend näherzubringen“, so Baßler, der von einer einjährigen Vorbereitungszeit sprach.

Enkes Witwe Teresa hatte sich bereits während der Veranstaltung für die große Anteilnahme bedankt. Es freue sie, dass zahlreiche Menschen noch immer an ihren verstorbenen Mann denken. Die Diskussionsrunde „Robert Enke – unser Freund und Torwart“ bildete den Abschluss der Veranstaltungsreihe. Bei der Diskussion waren unter anderem der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, Trainer Mirko Slomka und Ex-Mitspieler Steven Cherundolo zu Gast. Bereits am Freitag hatten Enkes Witwe sowie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen über den verstorbenen Torwart und die Krankheit Depression diskutiert (s. weiterführende Berichte).