Lachen gilt als Ausdruck von Freude und kann ansteckend wirken; an Freude fehlt es aber meistens im Klinikalltag stationärer Behandlungen. Durch Rationalisierungen und Personalabbau bleibt wenig Zeit für die menschliche Fürsorge. Schon für Erwachsene ist es schwierig, mit der Diagnose einer schwerwiegenden Krankheit, wie zum Beispiel eines Herzfehlers, umzugehen. Für Kinder ist es vermutlich noch viel schwerer. Neben Ängsten vor Untersuchungen und anstehenden Operationen führt auch der Umzug in eine fremde Umgebung, die räumliche Trennung von den Eltern, oder auch das ungewohnte Essen zu Verunsicherung, Einsamkeit und Langeweile. Neben Arzt und Pflegekräften fehlt es an Bezugspersonen, die nichts mit dem negativ behafteten Klinikalltag und der Krankheit zu tun haben. Nur Weniges bleibt, was ein Lachen oder ein kleines Lächeln hervorzurufen vermag.

Rote Nasen e.V. möchte seit Start des Projekts im Jahr 2003 dazu beitragen, dass die Diagnose und der weitere Behandlungsprozess einer Krankheit den Kindern nicht gänzlich die Freude und ein damit verbundenes Lachen nehmen. Der gemeinnützige Verein, der der internationalen Organisation „RED NOSES – Clowndoctors International“ angehört, sieht seine Aufgabe darin, kranken und leidenden Menschen den Klinikalltag zu erleichtern und damit zu einer Verbesserung der Lebensqualität beizutragen sowie Lebensfreude zu fördern. Die Robert-Enke-Stiftung bietet ihm dabei eine finanzielle Unterstützung von insgesamt 7.000 Euro.

Gemäß der Satzung der Robert-Enke-Stiftung werden im Speziellen Pilotprojekte im Bereich der Kinderherzkrankheiten unterstützt. Mit den finanziellen Mitteln der Stiftung soll gewährleistet werden, dass das Projekt des Rote Nasen e.V. weiterhin realisiert werden kann. Als Mittel zum Zweck setzt der Verein in 23 sozialen Einrichtungen in Berlin und Brandenburg Humor und Clownerie ein und kann so mehr als 30.000 Menschen im Jahr erreichen. Der Erfolg des Projekts wird dabei an den zum Lachen gebrachten Personen und damit an der Aktivität und Freude der Menschen gemessen, die durch das Projekt hervorgerufen wird.

Seit 2007 besuchen die Rote Nasen Clowns junge Patienten in der Kinderkardiologie des Otto-Heubner-Centrums für Kinder- und Jugendmedizin der Berliner Charité. Durch wöchentliche Besuche sollen die Clowns, die immer zu zweit auftreten, zu Bezugspersonen für die Kinder werden. Als Außenstehende bringen die Clowns den Patienten ein Leben fernab des tristen Klinikalltags näher und übernehmen die menschliche Fürsorge, die durch die Pflegekräfte nicht immer ausreichend geleistet werden kann. Den Kindern wird ein Entfliehen in eine andere Welt ermöglicht. Sie können mit den Clowns unbeschwerte Momente erleben, Lebensfreude und –mut zurückgewinnen und mit der Zeit sogar eine positive Grundstimmung entwickeln. Wenn kranke Kinder in solch schweren Phasen lachen, können auch die Angehörigen für einen Moment Zuversicht gewinnen und Kraft tanken.

Durch das Projekt des Rote Nasen e.V. können Kinder und Angehörige mit der Kraft des Humors gestärkt werden. Die Robert-Enke-Stiftung freut sich dazu beitragen zu können, den jungen Patienten und ihren Angehörigen in schweren Zeiten ein Lachen schenken zu können.