Depressionen können jeden treffen!

Leistungsdruck, zu große Arbeitsbelastung, die Trennung von einem Lebenspartner – all diese Faktoren können das individuelle Stresslevel erhöhen und im Extremfall zu einer Depression führen. Die genannten Risikofaktoren beziehen sich hauptsächlich auf Erwachsene, aber auch Kinder und Jugendliche sind Situationen ausgesetzt, die depressive Phasen auslösen können. Als weiterer Risikofaktor der jungen Altersklasse gilt zusätzlich die Persönlichkeitsentwicklung und bezüglich körperlicher Fähigkeiten die Entwicklung. Daher ist es vermehrt so, dass vermehrt Jugendliche ab einem Alter von 13 Jahren an Depressionen leiden.

Die Gründe und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen explizit in dieser Altersklasse sind allerdings noch nicht so vielfältig erforscht worden, als dies bspw. in anderen Altersklassen der Fall ist. Die Eberhard-Karls-Universität Tübingen hat sich der Aufgabe angenommen, diesem Zustand entgegenzuwirken. Die Robert-Enke-Stiftung unterstützt die dazu erforderliche Pilotstudie finanziell mit 21.000 Euro.

Im Rahmen eines Studien-Gesamtkonzeptes, welches Aufschlüsse über die Entwicklung der Depression über die gesamte Lebenspanne geben soll, wird nun eine Pilotstudie in Kooperation mit weiteren Instituten durchgeführt, die sich ausschließlich mit der Altersgruppe der Elf- bis Achtzehnjährigen befasst. Die SAD-Jugendstudie soll ein Anfang sein, die vorhandene Forschungslücke im Bereich der Untersuchung von sozial-kognitiven Fähigkeiten bei depressiven Jugendlichen zu schließen.

Grundlage der Studie ist, dass sozial-kognitive Fähigkeiten, wie die Emotionswahrnehmung, die Mentalisierungsfähigkeit und die Empathie eines Menschen, Einfluss auf die Entwicklung einer Depression haben können. So soll geklärt werden, ob verminderte sozial-kognitive Fähigkeiten bei depressiven Jugendlichen gegenüber einer gesunden Kontrollgruppe vorliegen. Zudem wird angenommen, dass bei Jugendlichen noch weitere Risikofaktoren hinzukommen. So soll neben den Einflüssen elterlicher und kindlicher Risikofaktoren untersucht werden, ob und in wie weit die Eltern-Kind-Bindung das Depressionsrisiko beeinflussen kann und sich potentiell veränderte sozial-kognitive Fähigkeiten auf eine schwache Eltern-Kind-Bindung zurückführen lassen.

Ziel der Untersuchung ist es, Ursachen für Depressionen im Kinder und Jugendalter abzuleiten und daraus resultierend Präventions- und Therapiemaßnahmen zu entwickeln. So könnten Programme entwickelt werden, die zur Verbesserung der Fähigkeit einer Perspektivübernahme und Stärkung der Eltern-Kind-Bindung und –interaktion beitragen, sollte sich die Annahme bestätigen, dass ein Zusammenhang zwischen den sozial-kognitiven Fähigkeiten und jugendlichen Depressionen besteht.

Erste Ergebnisse der Studie wird es nach dem für den Juni 2018 geplanten Abschluss des Projektes geben. Die Robert-Enke-Stiftung wird diese gemeinsam mit der Eberhard-Karls-Universität Tübingen vorstellen.