„Damit das Leben weitergeht“
Teresa Enke spricht beim Weltkongress der Telefonseelsorge in Aachen

„Es wird wieder gut.“. Das sagte Teresa Enke den 1.600 Teilnehmern beim 20. Weltkongress der Telefonseelsorge, der vom 19.07.2016 bis 22.07.2016 in Aachen stattfand. Enke diskutierte als Referentin in einem der über 200 Vorträge und Workshops das Thema Suizidprävention. Sie berichtete gemeinsam mit Prof. Dr. Frank Schneider über ihre Erfahrungen vor sowie nach dem Suizid ihres Mannes Robert Enke und spricht darüber, weil ihr Mann es aus Angst vor den Reaktionen der Öffentlichkeit nicht mehr konnte. In so eine Situation dürfe niemand mehr kommen, bekräftigte sie.Freude sowie in gewisser Weise Stolz verspürt Teresa Enke, wenn sie ihre Geschichte erzählen kann und damit nicht nur das Ziel verfolgt, die Krankheit Depression zu enttabuisieren, sondern auch den Angehörigen der Betroffenen Mut zu machen. Denn Enke ist überzeugt, dass „aus jeder Tragödie etwas Gutes entstehen kann, dass es besser wird“. Das brauche natürlich Zeit, aber letztendlich sei es wichtig zu versuchen, etwas Positives aus der Situation zu machen.

Dass Teresa Enke dies in den letzten Jahren auf beeindruckende Art und Weise gelungen ist, zeigen die Erfolge der Robert-Enke-Stiftung, die sie nach dem Tod ihres Mannes ins Leben gerufen hat, um über die Krankheit aufzuklären und ihr das Tabu zu nehmen. Man befände sich mit der Stiftungsarbeit auf einem guten Weg, müsste das Thema aber weiterhin präsent halten, betont Teresa Enke. Die Stiftung, dessen Vorstand Enke vorsitzt, unterstützte den Kongress mit 3.000 Euro.

Trotz der Erfolge der Robert-Enke-Stiftung und dem, was Teresa Enke in den letzten Jahren an tollen Momenten bei ihrer Arbeit erlebt hat, verschweigt sie nicht, dass sie dennoch hin und wieder Wut verspürt. Doch auch Schuldgefühle der Angehörigen seien in solchen Situationen ganz normal, bekräftigt sie. Man müsse die Depression aber als Krankheit annehmen und sich bemühen, immer wieder darüber zu sprechen, wie über andere Krankheiten auch.

Denn erst, wenn es einem gelingt, offen über das Thema zu reden, kann man die Betroffenen mit voller Kraft unterstützen. Und dafür sorgen, dass das Leben weitergeht.