Barsinghausen, 14.11.2012: Die Robert-Enke-Stiftung wurde am 06. November 2012 gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) sowie dem Universitätsklinikum Aachen für das Referat „Sportpsychiatrie / -psychotherapie“ mit dem Preis „Ausgewählter Ort 2012“ ausgezeichnet. Damit würdigte die unabhängige Expertenjury des von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank durchgeführten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ unter anderem den Aufbau eines qualifizierten Netzwerks von Psychiatern und Psychotherapeuten, im Rahmen dessen psychisch erkrankten Leistungssportlerinnen und Leistungssportlern bundesweit an acht Standorten ein Hilfsangebot bereitgestellt wird.

Vor drei Jahren bestürzte der Suizid von Robert Enke in Deutschland nicht nur Fußballinteressierte. Die Krankheit Depression stand im Anschluss an das tragische Ereignis weit oben auf der öffentlichen Agenda. Teresa Enke, die Witwe des ehemaligen deutschen Nationaltorhüters, kämpft mit der Robert-Enke-Stiftung seit dem Tod ihres Mannes für eine Enttabuisierung der Erkrankung. „Für die breite Bevölkerung hatte sich zum Zeitpunkt des Todes von Robert Enke bereits einiges getan und der Umgang mit Depressionen war ein Stückweit normaler geworden. An Leistungssportlern ging diese Entwicklung damals jedoch fast völlig vorbei – unser Bestreben ist es, dies weiter zu ändern“, sagte Jan Baßler, Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung, im Rahmen der Preisverleihung. Im Aachener Universitätsklinikum kamen am 6. November die Initiatoren des Referates „Sportpsychiatrie und -psychiatrie“ zusammen, um den Preis für ihr außergewöhnliches Engagement entgegenzunehmen. „Psychische Krisen und Krankheiten sind gut zu diagnostizieren und zu behandeln. Wichtig ist jedoch, dass die Betroffenen sich frühzeitig, das heißt schon bei ersten Anzeichen einer Krise, einer Erschöpfungssymptomatik oder anderen stimmungsgebundenen Veränderungen, professionelle Hilfe holen“, erklärte Referatsleiter Prof. Dr. Dr. Frank Schneider. Im Zuge der Schaffung verschiedener Beratungs- und Weiterbildungsangebote soll betroffenen Sportlerinnen und Sportlern geholfen beziehungsweise sollen Trainer und Sportfunktionäre über psychische Erkrankungen und ihre Therapien informiert werden. Für diesen wichtigen Schritt in Richtung einer flächendeckenden psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung – speziell für Leistungssportler – überreichte Christof Ruppert von der Deutschen Bank den Projektbeteiligten den Pokal „Ausgewählter Ort 2012“. „Diese Auszeichnung fassen wir als Ansporn und Motivation auf, unsere begonnene Stiftungsarbeit weiter zu intensivieren“, so Teresa Enke in ihrem Grußwort anlässlich der Preisverleihung.