Barsinghausen: Teresa Enke, die Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke Stiftung, und Bundesarbeitsministerin Dr. Ursula von der Leyen fordern, psychische Erkrankungen im Arbeitsleben ernst zu nehmen. Sie stellten gemeinsam mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin den „Stressreport 2012″ vor.

Als die Nachricht vom Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke im Jahr 2009 durch Deutschland ging, waren viele geschockt. Warum nimmt sich ein erfolgreicher Profifußballer das Leben? Teresa Enke sagte anlässlich der Vorstellung des „Stressreports 2012″ in Berlin: „Auf Privilegien, In-der-Öffentlichkeit-Stehen und gutes Einkommen kommt es bei einer Erkrankung wie Depression nicht an.“ Deshalb sei es umso wichtiger, darüber zu reden. Vor diesem Hintergrund hat sich die Robert-Enke-Stiftung insbesondere der Enttabuisierung des Themas verschrieben. Darüber hinaus ist es das Ziel der RES, konkrete Vermittlungsangebote für Betroffene zu schaffen. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ im Berliner ewerk stellte Teresa Enke dabei die Koordinierungsstelle „MentalGestärkt“ an der Sporthochschule Köln vor, welche als Anlaufstelle für psychisch erkrankte Leistungssportler fungiert.

Aufklären und Bewusstmachen möchte auch Bundesarbeitsministerin Dr. Ursula von der Leyen: „Psychische Erkrankungen kosten Unternehmen und Sozialversicherungen Milliarden. Allein 2011 gab es 59 Millionen Krankentage wegen psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Jetzt ist es höchste Zeit, dass wir auch bei den psychischen Belastungen vorankommen. Es ist positiv, dass alle Beteiligten die Brisanz des Themas erkannt haben. Wir haben uns ein Fünf-Jahres-Ziel gesteckt, das wollen wir erreichen.“

Psychische Erkrankungen können nach den Worten von Teresa Enke „jeden erwischen, egal in welcher Position“. Niemand dürfe mehr Angst haben, sich als krank zu bekennen. „Keiner kann etwas dafür, das hat nichts mit Schwäche zu tun.“ Betroffene seien nicht nur Leistungssportler oder Manager, bei Depressionen handele es sich „um eine Volkskrankheit“.

Die Robert-Enke-Stiftung begrüßt es ausdrücklich, dass die Vertreter des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, den Ländern, Unfallversicherungsträgern sowie Sozialpartnern der gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und sich mittels der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ der Thematik psychische Gesundheit widmen.