Das Referat „Sportpsychiatrie / -psychotherapie“ der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) widmet sich einem bis zur Gründung im Jahr 2010 wenig behandelten Thema: psychischen Erkrankungen bei Leistungssportlern. Neben dem Aufbau eines qualifizierten Netzwerkes von Psychiatern und Psychotherapeuten stellt die DGPPN in regelmäßig stattfindenden Workshops die psychische Gesundheit im Leistungssport in den Fokus. Im Zuge des Aufbaus eines psychiatrischen / psychotherapeutischen Netzwerkes können sich erkrankte Leistungssportler an zehn Universitätskliniken im Rahmen der DGPPN-Sprechstunde „Seelische Gesundheit im Sport“ in Behandlung begeben.

Sportpsychiater und -psychologen referierten

Der jüngste DGPPN-Workshop in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft für Sportpsychologie (ASP) setzte sich intensiv mit psychischen Erkrankungen als Form von Traumafolgestörungen bei Leistungssportlern auseinander. Frau Prof. Dr. Petra Garlipp, Mitglied des Kuratoriums der Robert-Enke-Stiftung, referierte dabei über „Anamnese und Psychotherapie bei Leistungssportlern“, Univ-Prof. Dr. Malek Bajbouj thematisierte in seinem Vortrag die „Traumatisierungen und psychischen Folgen am Beispiel von Migranten“ und Dr. Karsten Henkel (Leiter des Referats „Sportpsychiatrie / -psychotherapie“) sprach über „Psychische und kognitive Störungen nach sportassoziierten Schädelhirntraumata“. Die ASP, vertreten durch Diplom-Psychologin Monika Liesenfeld und Diplom-Psychologin Frauke F. Wilhelm, behandelte die „Psychischen Reaktionen auf Sportverletzungen im Leistungssport“ und „Sportpsychologisches Coaching im Leistungssport: Leben unter Druck – vom Umgang mit Erfolg und Misserfolg“. Abgeschlossen wurde der Workshop mit einem interaktiven „Knowledge-Café“, bei dem sich an verschiedenen Diskussionsständen zu aktuellen Themen und Fallvignetten aus der Praxis ausgetauscht wurde.

Schnittstellenaustausch und Brückenbau

Die Robert-Enke-Stiftung fördert das DGPPN-Referat seit vielen Jahren. „Der Schnittstellenaustausch bezüglich der psychischen Gesundheit von Leistungssportlern ist sehr wichtig“, sagte Stiftungsmitarbeiter Tilman Zychlinski im Anschluss an den Workshop. „Es müssen Brücken gebaut und die verschiedenen Behandlungsebenen miteinander vernetzt werden, um eine effektive Behandlung zu gewährleisten. Sportpsychologen arbeiten präventiv mit den Sportlern, Sportpsychiater hingegen kommen erst dann ins Spiel, wenn der Sportler bereits unter einer psychischen Erkrankung leidet. Aus diesem Grund ist der Austausch zwischen den Instanzen enorm wichtig.“