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PEDOMETER-DEPRESSION

PEDOMETER-DEPRESSION

Eine angemessene Therapie von Depressionen sollte sich immer aus mehreren Bausteinen zusammensetzten, deshalb wird die Behandlung auch als multimodal bezeichnet. Neben der elementaren Psychotherapie ist Psychoedukation nur ein Beispiel von weiteren Methoden, um Depressionen zu behandeln. Trotz der bereits vorhandenen Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten wird immer nach neuen Lösungen gesucht, um die Behandlung effektiver zu gestalten. So forscht auch das Charité Centrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie in Berlin nach neuen, innovativen Methoden. Sie stellen sich unter der Projektleitung des leitenden Oberarztes Professor Dr. med. Andreas Ströhle in einer Studie der Frage, ob eine Intensivierung der körperlichen Bewegung die Behandlung einer Depression positiv beeinflussen kann.

Kann man also gegen Depressionen anlaufen? Die Robert-Enke-Stiftung stellt sich die Frage, weshalb sie die Charité bei der Studie finanziell mit insgesamt 9.200 Euro unterstützen wird, um dazu beizutragen, dass die Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit Depression laufend erforscht werden.

Die Studie basiert auf dem Einsatz von Pedometern, dessen Anschaffung zur Durchführung der Studie an circa 400 Patienten, die sich mit der Hauptdiagnose Depression in stationärer Behandlung befinden, aus der Förderungssumme der Robert-Enke-Stiftung finanziert wird.

Pedometer haben in Kombination mit der Bitte, die Schrittzahl täglich zu erhöhen, in der Vergangenheit bei Studien mit gesunden Menschen und solchen mit körperlichen Erkrankungen zu vermehrter körperlicher Aktivität geführt. Diesen Effekt vermutet man auch bei psychisch kranken Menschen mit Depressionen. Die Studie soll diese Annahme bestätigen, indem die Patienten in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Eine Gruppe bekommt nur ein Akzelerometer, um die Bewegung aufzuzeichnen, die andere Gruppe bekommt zusätzlich noch das oben genannte Pedometer in Verbindung mit der Aufforderung, die vergebene Schrittzahl täglich zu erreichen. Sollte die bisher bekanntermaßen gut wirksame Intervention bei letzterer Gruppe die gewünschte Wirkung zeigen, vermutet man eine Verbesserung von Depression und Angst sowie eine Verkürzung der Behandlungsdauer, im Gegensatz zu der Gruppe ohne Pedometer. Damit könnte diese Methode, bei einem positiven Ergebnis der Studie, eine kostengünstige und leicht in den Klinikalltag zu integrierende Methode werden, um die Depressionsbehandlung zu verbessern.

Das Forschungsprojekt ist Teil des DGPPN Referat Sportpsychiatrie und –psychotherapie, welches bereits seit seiner Gründung im Jahr 2010 von der Robert-Enke-Stiftung unterstützt wird. Dieses hat sich neben dem Aufbau eines qualifizierten Netzwerks von Psychiatern und Psychotherapeuten, im Zuge dessen sich erkrankte Leistungssportler unter anderem an bundesweit zehn Universitätskliniken im Rahmen der DGPPN-Sprechstunde „Seelische Gesundheit im Sport“ in Behandlung begeben können, auch die Forschung im Bereich der Sportpsychiatrie inkl. Versorgungsforschung und neurobiologischer Forschung zum Ziel gesetzt, von dem die Studie „PEDOMETER-DEPRESSION“ nun ein Teil ist.

Die Studie wird an zehn Kliniken bundesweit, mit jeweils circa 40 Patienten pro Klinik durchgeführt.

Nach dem Beginn der Studie im Juli dieses Jahres ist ein hoffentlich positiver Abschluss der Studie für den 31. September 2017 geplant. Die Robert-Enke-Stiftung wird hierüber berichten.

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